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Kinderbetreuung außerhalb der Familie

Emma krabbelt brabbelnd über den Fußboden und versucht, einen Ball einzufangen, den ihre Mutter Barbara zu ihr gekullert hat. Emma ist zehn Monate alt und wenn ihre Mutter demnächst wieder arbeiten geht, wird Emma die Kinderkrippe „Bullerbü“ besuchen. Die Großeltern finden das alles andere als glücklich. Sie befürchten, dass die Eltern-Bindung von Emma und folglich ihre emotionale Entwicklung leiden werde, wenn sie zu früh in „fremde Hände“ kommt. Die Forschung bestätigt das nicht, im Gegenteil zeigt sie, dass auch Kleinkinder unterschiedlich intensive Beziehungen zu anderen Menschen unterhalten können, ohne dass es ihre emotionale Stabilität beeinträchtigt. Voraussetzung: eine sichere Eltern-Kind-Bindung und eine qualitativ hochwertige Betreuung, die auf die Bedürfnisse von unter Dreijährigen eingerichtet ist.

Wer eine Betreuung für sein unter dreijähriges Kind sucht, hat in Rheinland-Pfalz in der Regel zwei Möglichkeiten: In der Kindergrippe werden acht bis zehn Kinder ab dem Alter von acht Wochen von zwei pädagogischen Fachkräften betreut. Daneben gibt es die Tagespflege, also die Kinderbetreuung durch Tagesmütter oder –väter, die entweder im Haushalt der Tagespflegeperson oder im Haushalt der Eltern stattfindet. Die „klassische“ Form der Kinderbetreuung, der Kindergarten, nimmt insbesondere Kinder ab dem dritten Lebensjahr bis zum Schuleintritt auf. Außerdem gibt es auch integrative Kindergärten, die von Drei- bis Sechsjährigen behinderten und nichtbehinderten Kindern besucht werden.

Adressen von Kinderkrippen und –gärten sowie Tagesmüttern und –vätern gibt es beim Jugendamt und im Internet. Nachdem sich Eltern einen Überblick über das Betreuungsangebot vor Ort verschafft haben, sollten sie die Alternativen kritisch prüfen und wichtige Fragen beim Besuch der Einrichtung und im Gespräch mit den Erzieherinnen und Erziehern klären:

  • Welches pädagogische Konzept verfolgt die Einrichtung? Welches Bild vom Kind schimmert darin durch? Tauchen die „Bildungs- und Erziehungsempfehlungen für Kindertagesstätten in Rheinland-Pfalz“ darin auf?
  • Wie sieht die Raumgestaltung und Ausstattung aus? Sind die Räume hell, einladend und gut zu lüften? Gibt es Kuschel-, Lese- und Spielecken? Bietet die Einrichtung genug Platz, am besten auch einen Turnraum, so dass die Kinder auch bei schlechtem Wetter Bewegungsfreiheit haben? Ist das Außengelände begrünt, ausreichend groß und bietet Möglichkeiten zum Klettern, Schaukeln und Buddeln?
  • Ist im Tagesablauf ein ausgewogenes Verhältnis von Freispiel und Beschäftigung vorgesehen? Gibt es feste Gelegenheiten, beispielsweise einen „Morgenkreis“, bei denen die Kinder von ihren Erlebnissen erzählen können? Gibt es musikalische Angebote? Machen die Gruppen hin und wieder Ausflüge in die nähere Umgebung zum Spielplatz, auf den Markt oder in den Wald?
  • Gibt es gutes, gesundes Essen?
  • Wie ist die Zusammenarbeit zwischen Erzieherinnen und Erziehern und Eltern? Gibt es Elternabende, an denen die Erzieherinnen und Erzieher über ihre Arbeit informieren? Gibt es persönliche Elterngespräche über die Entwicklung der Kinder?

Bei der Auswahl der Betreuungseinrichtung für Kleinkinder unter drei Jahren sollten Eltern darüber hinaus beachten:

  • Bietet die Einrichtung dem Alter entsprechende Räume und Materialien an? Ist ausreichend Platz vorhanden, so dass sich Krabbelkinder und Laufanfänger nicht ständig ins Gehege kommen? Gibt es Materialien für die sinnliche Wahrnehmung wie farbige Kissen, Klangbüchsen, Bilder und Spiegel in Augenhöhe der Kinder? Sind Rückzugsecken und ungestörte Schlafmöglichkeiten (Extra-Schlafraum) für die Jüngsten vorhanden?
  • Gibt es regelmäßig Anregungen zur sprachlichen Entwicklung, beispielsweise mit Bilderbüchern, Geschichten, Reimen und Liedern?
  • Gibt es gleichaltrige Spielpartner?
  • Nehmen sich die Erzieherinnen und Erzieher bewusst Zeit für Wickeln und Anziehen? Reagieren sie auf die Signale des Kindes und sprechen sie dabei mit ihm? Verhalten sie sich einfühlsam?

Der Übergang von der Familien- zur Fremdbetreuung bedeutet für Kinder viele Veränderungen. Deshalb ist eine behutsame Eingewöhnungsphase wichtig. In dieser Zeit kann das Kind in Anwesenheit eines Elternteils eine Beziehung zur neuen Betreuungsperson aufbauen und die neue Umgebung kennen lernen. Die Eingewöhnung dauert in der Regel etwa zehn Tagen, manchmal auch drei Wochen. Das Tempo sollte das Kind bestimmen. In den ersten Tagen bleibt ein Elternteil jeweils für eine oder zwei Stunden mit dem Kind in der Krippe oder bei der Tagesmutter. Nach ein paar Tagen erfolgt die erste Trennung, das heißt Mutter oder Vater verabschiedet sich und verlässt für kurze Zeit den Raum. Die Trennungszeit wird dann von Tag zu Tag ausgeweitet. Die Eingewöhnung ist abgeschlossen, wenn sich das Kind ohne Probleme von der neuen Betreuungsperson trösten lässt.

Links:

Kita-Server des Ministeriums für Bildung, Wissenschaft, Jugend und Kultur Rheinland-Pfalz. Hier erhalten Sie Informationen über Kindertageseinrichtungen in Ihrer Region

Landeselternausschuss der Kindertagesstätten in Rheinland-Pfalz

Jugendämter in Rheinland-Pfalz (pdf 100 kB) 

Bildungs- und Erziehungsempfehlungen für Kindertagesstätten in Rheinland-Pfalz (pdf, 312 kb)

Bertelsmann-Stiftung: Checkliste Kita-Platz für unter Dreijährige (pdf, 1 MB)

Bertelsmann-Stiftung: Checkliste Kita-Platz (pdf, 800 kb)

„Zeit zur Eingewöhnung“, Elterninformation des Ministeriums für Bildung, Jugend und Sport Brandenburg zum Einstieg in die Kindertagesbetreuung

 

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