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Alltagshygiene: Nicht nur eine Frage des guten Benehmens.
Dass Hygiene Spaß machen kann, weiß Frau Dr. Gabriele von der Weiden, die als Schulärztin im Öffentlichen Gesundheitsdienst unter anderem Hygieneseminare an Schulen leitet. Da Erreger nicht so ohne Weiteres sichtbar gemacht werden können, bedient sie sich eines gut funktionierenden Tricks: Die Kinder dürfen sich mit einer fluoreszierenden Paste die Hände schmutzig machen, um diese dann im Anschluss abzuwaschen. Dass das nicht so einfach geht, wird schnell klar. „Die Kinder erleben hier, dass Körperhygiene nicht nur Spaß macht, sondern vor allem, wie sie sinnvoll betrieben werden soll. Gleichzeitig wird Ihnen in einem zweiten Schritt der tiefere Sinn hinter den alltäglichen Maßnahmen klar, mit denen man den unterschiedlichsten Erkrankungen gut vorbeugen kann“. Denn es gibt einige grundlegende Maßnahmen, die Eltern und Kinder kennen sollten und die es anzuwenden gilt, vor allem, wenn schon ein Familienmitglied erkrankt ist.
An oberster Stelle steht das gründliche Händewaschen, mit dem viele Keime bereits beseitigt werden können. Aber auch ein hygienisches Husten in die Armbeuge vermag so manchen Erreger daran zu hindern, sich weiter auszubreiten. Zuhause bleiben, das fällt gerade bewegungsaktiven Kindern schwer. Doch wenn sie krank sind, gehören sie ins Bett; oder doch zumindest nicht in die Nähe von anderen Kindern. Und auch innerhalb der Familie ist der Schutz vor Ansteckung wichtig, durch geeignete Vorsichtsmaßnahmen und indem Sie sorgsam auf das kranke Kind achten und es in seinem Heilungsprozess unterstützen. Dazu gehören auch regelmäßiges Lüften, frische Bettwäsche und genügend Ruhe, damit die Körperabwehr schnell der Erkrankung Herr wird. Bei leichteren Erkrankungen, die nicht sonderlich ansteckend sind, müssen Sie Ihr Kind nicht allzu sehr isolieren, achten Sie aber auch hier auf Sauberkeit und frische Luft.
Jedoch: Nicht alles ist schlecht an kindlichen Schlammschlachten im Matsch oder dem innigen Kraulen des haarenden Haustiers, denn zu viel Hygiene und das Vermeiden von Kontakt mit Schmutz und Keimen kann auch dazu führen, dass in späteren Jahren eine Anfälligkeit für Allergien entsteht. Darauf deuten Studien immer wieder hin. Besser hat es, wer erst gar keine Allergie entwickelt, und das geht besser, wenn das Immunsystem eines Kindes nicht zu sehr vor Umwelteinflüssen geschützt wird vor der Umwelt. Denn die Auseinandersetzung mit der Umwelt macht es möglich, dass sich die Immunabwehr eines Kindes erprobt und stärkt.
Es gilt also, das rechte Maß zu finden. Denn Hygiene ist und bleibt ein wichtiger Bestandteil des täglichen Lebens und der Gesundheitsförderung. Sie einem Kind nicht als bloßes Diktat zu vermitteln, sondern sie auch mit Wohlbefinden zu verbinden, ist eine wichtige Erziehungsaufgabe – nicht nur an Tagen, an denen die lieben Kleinen sich mit Lust durch alle Tümpel jagen.
Literaturtipps:
Lachner, Eva: „Kinder können Zähne zeigen. Einfach und spielerisch: Zähneputzen, Zahnprophylaxe, Zahnschutz kindgerecht. Ein Ratgeber für Eltern“. Oesch Verlag, 2005.
Hof, Herbert, Bogner, Johannes und Ruß, Andreas. „Infektionen XXS pocket“. Verlag Börm Bruckmeier, 2008.
Link-Tipps:
http://www.wir-gegen-viren.de/content/index/7
http://www.hygiene-educ.com/de/home.htm
http://www.ihph.de/hygiene-kids/cmsmadesimple/cmsmadesimple/index.php?page=test
http://www.hygiene-tipps-fuer-kids.de/
http://mitkid.de/ausflug-kinder/Dresden-Das-Deutsche-Hygiene-Museum-dfb80a