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"Ich bin schon groß. Ich gehe jetzt in die Schule!", verkündet Julie mit Blick auf den kleineren Bruder. Morgen ist der erste Schultag und die Sechsjährige hat schon alle Stifte ins Mäppchen geräumt, den Schulranzen rausgestellt und ungefähr zehnmal nach der Schultüte gefragt. Stolz wie Oskar ist die ABC-Schützin auf ihre neuen Sachen. Der Kauf des Ranzens war ein ganz großer Moment für sie, danach musste das gute Stück direkt im Kindergarten vorgeführt werden, erinnert sich die Mutter schmunzelnd.
"Die Kinder sind in der Regel wissensdurstig, optimistisch und erwarten voller Spannung den ganz großen Tag", bestätigt Jupp Arldt, Geschäftsführer der Landeszentrale für Gesundheitsförderung in Rheinland-Pfalz. "Auch wenn die Eltern nicht nur angenehme Erinnerungen an diese Lebensphase haben, sollte die Eltern unbedingt positiv mit dem Kind über die Schule sprechen und die Kleinen nicht mit den eigenen Sorgen und Vorbehalten belasten." Äußerungen wie "Jetzt beginnt der Ernst des Lebens!" oder gar Drohungen wie "Dort wird man dir schon beibringen, wie man sich benimmt!" machen Kindern eher Angst und erschweren ihnen den Einstieg. "Je gelassener das Kind sein Schulleben beginnen kann, umso besser."
Der Ranzen ist gekauft und die Schultüte gefüllt: Was können Eltern noch tun, um ihren Kindern den Rücken zu stärken? "Eine der wichtigsten Voraussetzungen dafür, dass Tochter oder Sohn gut in der Schule klar kommen, ist ein gesundes Selbstbewusstsein", so Arldt. Und das Bewusstsein von eigener Stärke entwickelt sich, wenn Kinder merken, dass sie etwas können. Wenn sie merken, dass sie sich allein an- und ausziehen können, dass sie ihr Frühstücksbrot selbst schmieren können oder dass sie es schaffen, auch mal ohne Mama und Papa ein Brot zu kaufen.
Die Eltern sollten dem Kind schrittweise mehr Verantwortung einräumen, es ermuntern, immer mehr alltägliche, kleine Dinge allein zu erledigen. Kinder brauchen Lob, auch wenn am Anfang nicht alles klappt. Erst muss geübt und trainiert werden - und dazu braucht es Erwachsene, die erklären, vormachen, ermuntern, loben und hilfreich zur Seite stehen.
"Wichtig ist, an die Fähigkeiten des Kindes zu glauben und ihm zu vertrauen", führt Arldt aus. Denn jedes Kind hat seine Lieblingsbeschäftigung und eine Begabung. Vielleicht malt es gerne, bastelt für sein Leben gern, zeigt großes Interesse an der Musik oder schwimmt flink wie ein Fisch durchs Wasser. "Diese Lieblingsaktivitäten zu unterstützen bringen dem Sohn oder der Tochter Erfolgserlebnisse. Und Erfolgserlebnisse brauchen Kinder, die kurz vor dem Eintritt in eine neue Lebensphase stehen, ganz besonders."
Grundsätzlich gilt: Von Natur aus sind alle Kinder neugierig und wollen Neues kennen lernen und ausprobieren. Sie wollen wissen, wie die Welt funktioniert. Und natürlich wollen sie auch lesen, schreiben und rechnen lernen - schließlich gehören sie jetzt zu den Großen. So wie Julie: Sie kann es kaum erwarten, den älteren Kindern nachzueifern und endlich alles selbst zu können. Im Kindergarten wurde es der quirligen Sechsjährigen fast ein wenig langweilig.
Die Landeszentrale für Gesundheitsförderung (LZG) hat eine Eltern-Broschüre zum 1. Schultag herausgegeben, mit dem Titel: "Starke Kinder lernen gut".
Zum Download: 700Kb.pdf
Die Broschüre kann auch kostenlos per Post bezogen werden. Bitte senden Sie dazu einen mit EUR 1.45 frankierten Din A5 Freiumschlag an die
Landeszentrale für Gesundheitsförderung in Rheinland-Pfalz e.V.
Hölderlinstraße 8
55131 Mainz
Tel.: 06131 / 2069-0
Email: info(at)lzg-rlp.de
www.lzg-rlp.de
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