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Facebook, SchülerVZ und wkw – was macht mein Kind im Internet?

Gleich nach der Schule loggt sie sich bei Facebook ein. Dann wird gesurft, gemailt und vor allem gechattet. Mit der besten Freundin, mit der Cousine, die ein paar Kilometer weiter weg wohnt, manchmal auch mit neuen Freunden, die sie nicht persönlich kennt, aber „geaddet“ hat - so nennt man das, wenn man neue Kontakte knüpft. Zwei bis drei Stunden am Tag ist sie online, an Wochenenden manchmal den ganzen Tag. Theresa ist zwölf und eigentlich zu jung, das Mindestalter für  Facebook liegt bei dreizehn Jahren. Aber wer kontrolliert das schon? Theresa hat bei der Registrierung einfach das falsche Alter angegeben.
800 Millionen Menschen sind weltweit bei Facebook registriert, davon 20 Millionen in Deutschland. Gerade bei jungen Leuten sind diese sozialen Netzwerke sehr beliebt. Sie verbringen Nachmittage bei Facebook, wer-kennt-wen oder SchülerVZ. Dreiviertel aller Jugendlichen zwischen zwölf und neunzehn Jahren nutzen diese Netzwerke. Dort geben sie sorglos persönliche Daten preis und informieren ausführlich über ihre Vorlieben und Interessen. Sie stellen ihre privaten Fotos ins Netz und lassen sich über ihre alltäglichen Erlebnisse aus. Meistens ist ihnen gar nicht bewusst, dass sie das in aller Öffentlichkeit tun. Auch Theresa macht sich darüber keine Gedanken. Jeder kann lesen, was sie so schreibt, weiß, wo sie zur Schule geht und wie sie aussieht. Die Möglichkeiten, ihr Profil vor dem Zugriff Fremder zu schützen, kennt sie nicht. Ihre Mutter macht sich Sorgen, ist aber ratlos: „Ich würde ihr das am liebsten verbieten.“ Aber das kann sie kaum. Zwar gibt ein fünftel befragter Jugendlicher an, schon schlechte Erfahrung mit den Sozialen Netzwerken gemacht zu haben. Aber doch sind alle bei Facebook – der Gruppendruck ist groß.
Datenexperten fordern schon lange eine bessere Medienerziehung für Kinder und Jugendliche. „Einen kritischen und kompetenten Umgang mit dem Internet kann man erlernen“, meint auch die Medienpädagogin Gudrun Melzer, Referentin für Medienkompetenz bei der EU-Initiative klicksafe. klicksafe ist eine Initiative im Safer Internet Programm der Europäischen Union. Ziel der weltweiten Kampagne ist es, das Thema Sicherheit im Netz stärker in den Mittelpunkt zu rücken. Alljährlich im Februar finden am Safer Internet Day Veranstaltungen und Aktionen zu diesem Thema statt. Darüber hinaus gibt klicksafe eine Fülle von aktuellen Flyern und Broschüren zum Thema heraus. Nicht nur Jugendliche, auch Eltern können sich hier über die verschiedenen sozialen Netzwerke informieren. Da gibt es Unterschiede, sagt Melzer: „Einige Netzwerke bieten die Nutzung von Konten für Minderjährige an. Diese Konten verfügen über besondere Sicherheitseinstellungen.“ Eltern sollten sich mit ihren Kindern zusammensetzen und sich die Möglichkeiten, die Privatsphäre zu schützen, in Ruhe anschauen. Darüber hinaus sei es wichtig, bei den Kindern ein kritisches Bewusstsein für den Umgang mit Daten und Bildern zu wecken. „Viele wissen nicht, dass es das „Recht am eigenen Bild“ gibt und dass sie selbst bestimmen können, ob Fotos von ihnen veröffentlicht werden.“ Bei peinlichen Fotos heißt das: Man kann den Betreiber des Netzwerkes um Löschung bitten - was bei seriösen Anbietern in aller Regel auch geschieht. Generell mahnt Melzer aber zur Sparsamkeit bei der Preisgabe von Daten: „Je weniger, desto besser.“

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