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Kinder im Straßenverkehr

Der neunjährigen Bernd hat alles richtig gemacht:  An der Haltestelle hat er den Bus erst losfahren lassen, bevor er links und rechts prüfte, ob die Straße frei ist, um sie dann zügig zu überqueren. Seine Eltern freuen sich und sind stolz auf den Kleinen, der zum Glück auch an diesem Tag ohne Zwischenfall von der Schule nach Hause gekommen ist.

So ein verkehrssicheres Verhalten ist wünschenswert und belegt die Verkehrskompetenz eines Kindes. Naturgegeben ist diese jedoch nicht, sondern das Ergebnis einer gelungenen Verkehrserziehung, die schon im Kindergarten beginnt.

Kinder nehmen in unterschiedlichen Rollen am Straßenverkehr teil, sei es als Fußgänger, Radfahrer, beim Skaten oder als Mitfahrer in Kraftfahrzeugen.

Ein Kind altersgerecht vor damit verbundenen Gefahren zu schützen, ist eine von vielen Herausforderungen, denen Eltern und Erziehungsberechtigte tagtäglich begegnen. Dabei gilt es dem Kind beizubringen, Gefahren im Straßenverkehr vor allem auch selbst zu erkennen. Kinder können gut darin unterstützt werden, die eigenen Fähigkeiten richtig einschätzen zu lernen und sich den Straßenverkehr als ein Feld zu erobern, in dem sie sich sicher bewegen.

Die Entwicklung sicherer Verhaltensweisen ist abhängig von altersbedingten Faktoren und den Persönlichkeitsmerkmalen eines Kindes. So erkennen Kinder bereits ab einem Alter von sechs Jahren die wichtigsten Gefahren, zwei Jahre später besitzen sie dann in der Regel die Fähigkeit, Gefahren vorauszusehen und bewusst zu umgehen.

Insgesamt ist zu beachten: Die Lebens- und Wahrnehmungswelt eines Kindes unterscheidet sich sehr von der eines Erwachsenen. Zum einen sind andere körperliche Voraussetzungen gegeben, nämlich eine andere Schrittgröße, die geringere Körpergröße und eine geringere Bewegungskontrolle. Kinder haben im Vergleich zu Erwachsenen noch keine voll entwickelte Wahrnehmung und brauchen mehr Zeit, um Eindrücke zu verarbeiten.

Hinzu kommt bei vielen Kindern ein ausgeprägter Bewegungsdrang. Je älter und körperlich leistungsfähiger sie werden, umso mehr Bewegungsfreiheit benötigen sie – und dehnen diese auch gerne zum Beispiel auf Ballspiele auf der Straße aus.

Wichtig ist, dass ein Kind gemäß seiner individuellen Stärken und Schwächen im Umgang mit dem Straßenverkehr immer wieder von Erfahreneren begleitet wird. Dazu gehört insbesondere, dass dem Kind Gefahrensituationen veranschaulicht werden. Auf diesen Punkt machen auch unsere Experten für Verkehrssicherheit aufmerksam. Willibald Weigel, Polizeihauptkommissar und Geschäftsführer der Kinderunfallkommission Kaiserslautern, sagt dazu: „Der Straßenverkehr bietet eine Vielzahl von Gefahrensituationen, die ein Kind aus seiner eigenen Wahrnehmung nicht ohne weiteres erfasst“. Sein Kollege Andreas Kohler führt aus: „Deshalb ist eine Schulung und das Vermitteln grundlegender Kenntnis so wichtig, um Unfälle zu vermeiden“.

Das Einüben fester Regeln, zum Beispiel die richtige Orientierung im Straßenverkehr, Anhalten am Bordstein oder das Verhalten an einer Ampel ist eine wichtige Maßnahme. Dies sollte vor Ort geschehen und mit dem Kind wiederholt werden.

Bringen Sie Ihren Kindern rechtzeitig vor Schulbeginn die wichtigsten Verhaltensregeln bei, damit diese möglichst bald selbständig am Straßenverkehr teilnehmen können. Beobachten Sie das Kind genau und schätzen Sie ab, wie viel Unterstützung in jeder Situation nötig ist und was dem Kind schon zugetraut werden kann. Nutzen Sie für das Überqueren von Straßen möglichst sichere Stellen wie Ampel und Zebrastreifen, auch wenn damit ein kleiner Umweg verbunden ist.

Wenn Sie Ihr Kind mit dem Auto zur Schule bringen, transportieren Sie es grundsätzlich in einem altersgerechten Kindersitz und lassen Sie es nur nach rechts, zur Gehwegseite, aussteigen. Suchen Sie gemeinsam mit Ihrem Kind die beste Route aus, gerade dann, wenn das Kind in Zukunft selbständig den Schulweg bewältigen soll.

Am besten verlässt ein Schul- und Kindergartenkind morgens frühzeitig nach einem gesunden Frühstück das Haus. Eile kann ein Kind unter Druck setzen, was lieber vermieden werden sollte. Auch stark emotional aufgewühlt aus dem Haus zu stürmen, kann sich ungünstig auf die Verkehrskompetenz auswirken.

Geben Sie Ihrem Kind die richtige Kleidung mit auf den Weg. Insbesondere in der dunklen Jahreszeit sind helle Kleidung gefragt und reflektierende Materialien, die zusätzliche Sicherheit bringen. Und was den Nachhauseweg von der Schule angeht: Sie helfen Ihrem Kind damit, dass Sie einen Zeitraum vereinbaren, ab wann das Essen bereit steht. Kinder, die immer auf die Minute genau zu Hause sein müssen, können Verzögerungen nur durch Hast ausgleichen. 

Link- und Literaturtipps:

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