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Kinder und Haustiere

Klein, süß, mit langen Schlappohren und ein bisschen tapsig: „Mami, Mami, der kleine Hund ist ja sooo süß! Darf ich den haben, bitte, bitte, bitte!“, ruft Ihr achtjähriger Sohn Tim Ihnen erwartungsfroh entgegen. Wie sollen Sie da nur widerstehen, wenn Kind und Hund Sie mit großen Augen herzerweichend angucken? Und zugegeben: Niedlich ist das kleine Fellbündel ja wirklich, und für Ihr Kind wäre ein Tier sicher schön. Zumal Tim auch hoch und heilig verspricht, großes Indianerehrenwort, dass er sich immer um den Hund kümmern wird: Füttern, Gassi gehen, na klar, da hätte er einen prima Spielkameraden zum Tollen und Toben.

Und ehe Sie sich versehen, ist er da, der neue Mitbewohner auf vier Pfoten, und hält Ihre Familie im Nu tüchtig auf Trab: Spazieren gehen dreimal täglich, das Tier braucht wirklich viel Bewegung – uff, wer hätte das gedacht – und das flauschige Fell viel Pflege, ebenso Ihr Teppich bei dem ganzen Dreck; wer macht denn jetzt die ganze Arbeit? Und die Kosten für Futter und Tierarzt drücken auch ganz gut aufs Portemonnaie. Und wohin eigentlich mit Bello, wenn Sie in zwei Monaten in den Urlaub fahren? Da gibt es doch noch einige ungeklärte Fragen. In jedem Fall ist zum Beispiel vor der Anschaffung eines Haustiers sicherzustellen, dass keines der Familienmitglieder unter einer Allergie gegen Fell oder Federn leidet.

„Wer sich ein Tier anschafft, sollte sich immer im Vorfeld bewusst machen, welche Aufgaben und Pflichten damit verbunden sind“, rät unsere Expertin Sandra Menslage vom Mehrgenerationenhaus Saarburg, die als Erzieherin und Leiterin von Kind-und Hund-Kursen auf ein breites Erfahrungsspektrum zum Thema „Kinder und Haustiere“ zurückgreifen kann. „Im eigenen Interesse wie im Interesse des Tieres sollten Familien sich immer vorab gründlich informieren, welche Bedürfnisse ein Tier hat, und abklären, ob sie dieser Verantwortung im Alltag nachkommen können. Die Entscheidung, sich ein Tier zuzulegen, sollte nie aus dem Bauch heraus getroffen, sondern immer reiflich überlegt sein“, so Menslage weiter, „das ist eine ganz wichtige Voraussetzung“. Haustier und Familie müssen zueinander passen, nur so ist die Freude langfristig garantiert.

Denn gerade wenn die erste Begeisterung sich gelegt hat, können Pflichten schnell zur Belastung werden. Dies trifft insbesondere bei Kindern zu. Gassi gehen? Tim ist zwar draußen, aber nicht mit Bello, sondern mit den Kumpels: „Mama, du nervst!“, hören Sie jetzt als Antwort, und mit dem Hund gehen nur noch Sie raus: zwischen Arbeit und Einkauf. „Eltern müssen wissen, dass letztlich immer sie für das Tier verantwortlich sind“, betont Sandra Menslage, „sei es in der direkten Fürsorge oder durch Anleitung der Kinder. Auch wenn das Tier für das Kind angeschafft wird, liegt die Verantwortung bei den Eltern“. Zu bedenken ist daher auch die Lebenserwartung eines Haustieres: Oftmals sind die Kinder schon ausgezogen, während Hund oder Katze nach wie vor in der Familie weilen. 

Doch bei allen Pflichten und Aufgaben: Ein Haustier macht viel Freude, nicht nur für Kinder, sondern für die gesamte Familie. „Tiere wirken sich positiv auf die psychische und physische Entwicklung aus und stärken das Allgemeinbefinden“, so Menslage. Sie können den Zusammenhalt in der Familie fördern und jedem einzelnen Familienmitglied ein Freund sein. „Sofern gewünscht und machbar, sehe ich die Anschaffung eines geeigneten Haustieres immer als Bereicherung – auch für Familien mit kleinen Kindern“.

Wie Sie das Thema „Kinder und Haustiere“ erfolgreich angehen, erfahren Sie in unserem Experteninterview mit Sandra Menslage: Lesen Sie ausführliche Informationen und Tipps für ein „tierisches Vergnügen“.

Literatur-Tipps 

Literatur für Kinder 

  • Schmalfuß, Ute: "Dein Hund", Kosmos Verlag
  • Roß, Thea: "Mein großes Hundebuch", Coppenrath Verlag
  • Fischer, Uta/Toll, Claudia: „Hunde, Katzen und andere Haustiere (Wieso? Weshalb? Warum?)", Ravensburger Buchverlag

 

Literatur für Erwachsene

  •  Ludwig, Claudia: "Kinder brauchen Tiere", Vgs Verlagsgesellschaft
  • van Schewick, Manuela/Steimer, Christine: "Kind und Hund", BLV Verlagsgesellschaft
  • "12 Regeln im Umgang mit Hunden", Verband für das Deutsche Hundewesen (VDH) (kostenpflichtig per Post zustellbar)
  • Krowatschek, Dieter: „Kinder brauchen Tiere: Wie Tiere die kindliche Entwicklung fördern“, Patmos Buchverlag

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