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Schlafentzug ist eine extreme Belastung, sowohl für Eltern als auch für Kinder. Wer nicht schläft, fühlt sich schwach, ist ständig gereizt und mit den Nerven am Ende. Die letzte durchgeschlafene Nacht? Viele junge Eltern können sich nicht einmal daran erinnern. Ihr Baby weint und schreit herzzerreißend, kaum dass es eingeschlafen ist. Manche leben monatelang in diesem Ausnahmezustand, der sie an den Rand der Belastbarkeit bringt. "Warum weint mein Baby nachts so oft?", fragen sie sich sorgenvoll.
Ein wesentlicher Grund für die nächtliche Unruhe: Säuglinge haben noch keinen Tag-Nacht-Rhythmus. In den ersten drei Monaten schlafen die allermeisten so weiter wie in den letzten vier Wochen vor der Geburt. Das heißt, sie wachen alle zwei bis vier Stunden auf, bleiben dann eine halbe bis zwei Stunden wach, um dann wieder einzuschlafen. So kommen sie durchschnittlich auf 16 Stunden Schlaf pro Tag.
Die Kleinen haben kürzere Schlafzyklen, weil sie häufiger als Erwachsene zwischen den Schlafphasen wechseln - der ruhigen Tiefschlaf- und der aktiven Traumphase. Bei Erwachsenen dauert es meist 90 Minuten, bis sich eine Schlafphase wiederholt; für Babys gibt die innere Uhr einen 50-Minuten-Takt vor. Beim Übergang zwischen den einzelnen Phasen ist der Schlaf besonders leicht. Daher wachen Babys häufiger auf als Erwachsene.
Um den Tag-Nacht-Rhythmus einzuüben, empfiehlt es sich, dass Eltern ihrem Kind signalisieren, dass das Leben nachts eine Pause macht: etwa durch gedämpftes Licht beim Stillen und Wickeln oder ruhiges Sprechen. Tagsüber darf es dagegen von Anfang an lebhafter zugehen - auch wenn das Baby schläft. Die Geräuschkulisse zeigt ihm, dass jeder Tag verschiedene Phasen hat. So lernt der Säugling, langsam einen eigenen Tag-Nacht-Rhythmus auszubilden.
Im Alter von vier bis sechs Monaten ändert sich das Schlafverhalten. Dann konzentrieren sich die Schlafenszeiten im Regelfall bereits auf die Nacht, tagsüber schlafen die meisten Babys nur noch zwei Mal.
Wenn das Kleine nachts schreit, sollten die Eltern Geduld bewahren, das Baby beruhigen und ihm vor allem nicht bei jedem Schrei etwas zu trinken geben. Zwei Stunden sollten anfangs mindestens zwischen den Mahlzeiten liegen. Will das Kleine öfter trinken, dann selten aus Hunger, sondern weil es das Bedürfnis nach Nähe und beruhigendem Saugen hat. Zudem setzt das nächtliche Füttern oft eine fatale Spirale in Gang: Den so verpassten Schlaf holt das Kind tagsüber nach. Dadurch trinkt es zu wenig und hat nachts Hunger. Spätestens ab sechs Monaten aber brauchen die Kleinen nachts eigentlich keine Mahlzeit mehr. Es ist nicht der Hunger, der sie weckt, sondern die Macht der Gewohnheit. In diesem Fall hilft es, die Trinkpausen nachts nach und nach zu vergrößern. Und zwar so lange, bis das Baby ganz darauf verzichten kann.