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Wenn Oma stirbt

Wie sprechen wir mit Kindern über den Tod? Nicht nur im Umgang mit Kindern ist dies ein sensibles Thema, sondern auch für uns als Erwachsene und Eltern. Tod, ebenso Krankheit und Sterben, nehmen einen Randplatz ein in unserem Leben.
Wir wissen um die Vergänglichkeit, auch unserer eigenen Existenz, uns aber daraufhin im Alltag mit Endlichkeit und Tod zu beschäftigen, ist eher eine Ausnahme.

Was ist, wenn Oma stirbt? Oder eine uns nahestehende Person, ein Freund der Familie, ein Verwandter? Der Tod macht uns alle betroffen. Das Begreifen und Annehmen, die Suche nach einem geeigneten Umgang, ist zunächst eine sehr persönliche Angelegenheit und Aufgabe, der wir uns selbst ganz persönlich stellen müssen. Oma ist immer auch die Mutter eines Elternteils der Familie; wenn Oma stirbt, verlieren auch wir die Mutter oder Schwiegermutter und müssen diesen Verlust verarbeiten. Jedes Familienmitglied muss seinen Umgang mit der Trauer lernen, muss „Räume“ schaffen für die eigene Traurigkeit, den Wunsch nach Ruhe oder Phasen der Besinnung.

Eltern oder Bezugspersonen sollten im Voraus das Thema Tod besprechen, wenn sich die Gelegenheit dazu ergibt. Zum Beispiel, wenn der Hamster des Kindes stirbt, der beste Freund wegzieht (auch das löst Trauer aus) oder ein Vogel tot im Garten liegt. Durch solche Ereignisse und Verluste kann man sich vorsichtig an das Thema annähern.

„Wichtig ist, für Kinder wie auch allgemein“, rät Dietmar Wörmann, hauptamtlicher Jugendleiter des Christlichen Vereins junger Menschen (CVJM) in Betzdorf, „dass Trauer offen stattfindet, dass innerhalb der Familie über den Tod und den verstorbenen Menschen gesprochen wird, dass Gefühle ausgedrückt und gemeinsam erfahrbar werden.“ Die Konfrontation mit dem Tod wirft meist Fragen in uns auf, die wir formulieren wollen, Unverständnis, Empörung, wir sind aufgewühlt und brauchen eine Möglichkeit, um uns auszudrücken. „Gerade Kinder dürfen mit der Erfahrung des Todes nicht allein gelassen werden“, so Dietmar Wörmann. „Eine grundsätzliche Empfehlung ist: Verhängen Sie kein Tabu über den Tod oder den Sterbeprozess. Nur wenn Sie selbst einen offenen Umgang mit Ihrer Trauer und Ihrem Verlust finden, können auch Ihre Kinder lernen, den Tod zu verstehen und zu verarbeiten“. Wie in anderen Bereichen lernen Kinder auch hier durch ihre Eltern.

Oftmals fällt es Kindern sogar leichter als Erwachsenen, einen natürlichen Umgang mit dem Tod zu finden. Kinder nehmen den Abschied häufig schneller als selbstverständlich und gegeben an, ohne lange zu grübeln. Eine bewusste Wahrnehmung tritt zudem erst ab einem Alter von ungefähr sechs Jahren ein. „Kinder treten dem Tod unverstellt gegenüber, das erleichtert die Trauerarbeit“, weiß Dietmar Wörmann. Angst- und Gräuelvorstellungen würden häufig erst in späteren Jahren hervorgerufen, beispielsweise bedingt durch Gewaltimpressionen in den Medien. Doch gerade positive Bilder sind wichtig für eine erfolgreiche Trauerbewältigung bei Kindern – wie Sie Ihr Kind anleiten und unterstützen können, erfahren Sie nachfolgend im Interview mit unserem Experten Dietmar Wörmann.

Literatur-Tipps:

  • Gertrud Ennulat: „Kinder trauern anders: Wie wir sie einfühlsam und richtig begleiten“, Herder
  • Peter Hinderer/ Martina Kroth: „Kinder bei Tod und Trauer begleiten: Konkrete Hilfestellungen in Trauersituationen für Kindergarten, Grundschule und zu Hause“, Ökotopia
  • Margit Franz: „Tabuthema Trauerarbeit: Kinder begleiten bei Abschied, Verlust und Tod“, Don Bosco Verlag
  • Ann de Bode/Rien Broere: „Opa kommt nicht wieder“, Edition Fuchs und Hase
  • Susan Varley: „Leb wohl, lieber Dachs“, Ellermann
  • Carolyn Nystrom: „Anja nimmt Abschied: Krankheit und Tod in der Familie“, Brunnen Verlag
  • Isabel Abedi: „Abschied von Opa Elefant: Eine Bilderbuchgeschichte über den Tod“, Ellermann

Link-Tipps:

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