Sie befinden sich auf den Internetseiten von VIVA FAMILIA - Servicestelle für Lokale Bündnisse in Rheinland-Pfalz.
direkt zur Hauptnavigation direkt zum Inhalt


Interview mit Franziska Plän, Schulpsychologin des Landes Rheinland-Pfalz am Beratungszentrum in Mainz.
Oft gibt es mehrere Gründe, die Hand in Hand gehen. Das können Ärger oder Missverständnisse mit Lehrern sein, Schwierigkeiten mit den Klassenkameraden oder außerschulische Belastungen wie die Trennung der Eltern oder Liebeskummer. Ursache Nummer Eins für Schulangst ist jedoch Überforderung. Und die entsteht häufiger als die meisten denken gar nicht in der Schule, sondern durch zu hohe Erwartungen der Eltern und durch Wahl der falschen Schule.
Das Schädlichste für die Kinder ist, Druck auf sie auszuüben. Denn Druck erzeugt Angst, und Angst erzeugt Fehler. Die Eltern sollten daher nicht nur auf die Schwächen des Kindes sehen, sondern auch auf die Stärken. Grundsätzlich sollten nicht die Noten belohnt oder bestraft werden. Stattdessen sollten die Eltern die Bereitschaft, sich anzustrengen, anerkennen - nicht die Note selbst. Jedes Kind verfügt über ganz individuelle Fähigkeiten. Es sollte nicht nur über die Leistung definiert und wahrgenommen werden.
Es gibt kein Kind, das gar nichts kann. Daher sollten die Eltern zuerst gemeinsam mit dem Kind eine Kompetenzanalyse machen: Was ist es genau, was das Kind nicht kann, und was kann es? Wie ist die Note genau zustande gekommen? Woran liegt es wirklich? Liegt es an anderen Faktoren oder am Schüler selbst? Gar zu häufig suchen Eltern und Schüler die Gründe woanders.
Außerdem sollten die Eltern gegebenenfalls die Schulform überprüfen und dazu auch mit den Lehrern sprechen - allerdings nicht ohne das Kind. Denn der Schüler sollte unbedingt die Verantwortung für die eigene Leistung übernehmen.
Wichtig ist vor allem, dem Kind Strukturen zu geben. Die Eltern können bei der Zeitplanung helfen. Dabei sollten sie auch den biologischen Rhythmus beachten: Kein Mensch kann länger als eine Stunde am Stück konzentriert an einer Sache arbeiten. Jeder braucht Pausen. Für Kinder ist die Abwechslung umso wichtiger, empfehlenswert ist beispielsweise ein Rhythmus von 20 Minuten Arbeit und fünf Minuten Pause. Denn das Lernen muss so strukturiert sein, dass der Kopf aufnahmefähig ist.
Es ist nicht immer notwendig, dass die Hausaufgaben direkt am Mittag erledigt werden. Die Eltern sollten lediglich die Zeiten mit dem Kind absprechen und dann auf die Einhaltung achten.
Grundsätzlich empfehle ich Eltern immer, sich in der Buchhandlung gemeinsam mit ihrem Kind nach einem guten Ratgeber für Lernstrategien umzusehen. Das Kind sollte allerdings auch Interesse an solchen Tipps haben, sonst bringt es nichts.
Zuallererst an den Vertrauenslehrer der Schule, später auch an den Schulpsychologischen Dienst. Außerdem gibt es viele Kinder- und Jugendberatungsstellen wie Kinderschutzbund und Kinderschutzzentren oder die Einrichtungen der Kirche mit Lebensberatung wie Caritas oder Diakonie.
Zum Bericht...