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Mit heißem Tee und einer Schachtel Keksen auf dem Sofa faulenzen, so fühlen sich viele im Winter am wohlsten. Denn die ungemütliche Jahreszeit scheint so gar nicht nach draußen einzuladen. Es ist kalt, regnet oder schneit und nach Feierabend ist es bereits dunkel. Außerdem sind die Menschen im Winter von Natur aus müder. Sport und Bewegung kommen dann vielfach zu kurz, ebenso wie Unternehmungen mit der ganzen Familie - stattdessen steigt der Medienkonsum. Für das Herz-Kreislauf-System, die Muskeln und Gelenke aber ist das "gemütliche" Leben auf Dauer eine Tortur. Körper und Immunsystem brauchen sportliche Aktivitäten, um in Schwung zu bleiben. Sport ist auch gut für die Seele und hilft Stress abzubauen. Mit der ganzen Familie betrieben ist Wintersport eine ideale Möglichkeit, Gemeinsamkeit zu erleben und gemeinsam Spaß zu haben.
Zwischen Frühsommer und Herbst verbringen Beate und Matthias L. mit ihren beiden Söhnen Florian (7) und Daniel (3) viel Zeit draußen. An den Wochentagen gehen sie in den Abendstunden, wenn alle zuhause sind, oft noch in den Park Fußball spielen oder machen einen Spaziergang zur Eisdiele. Am Wochenende unternehmen sie mit Freunden oder den Großeltern Radtouren oder machen einen Ausflug zum See. Im Winter siegt bei Familie L. dagegen oft die Bequemlichkeit. Doch je mehr Zeit die vier zuhause verbringen, umso mehr sind Matthias und Beate gefordert, denn die Kinder können sich nicht so gut über längere Zeit selbst beschäftigen und wollen häufiger fernsehen.
Dabei gibt es auch im Winter viele Möglichkeiten als Familie oder mit Freunden von Eltern oder Kindern etwas zu unternehmen und aktiv zu sein. Grundsätzlich sollten das gemeinschaftliche Erlebnis und der Spaß im Vordergrund stehen, empfiehlt der Sportwissenschaftler Dr. Ronald Burger. Dann ist es meist einfacher, Kinder zu motivieren, in die Kälte rauszugehen. "Den sportlichen und damit körperlichen Nutzen nimmt man dann quasi Huckepack mit", so Burger.
Spaziergänge, eine Wanderung zu einem Gasthof oder Schlitten fahren sind Unternehmungen, an denen vom Kleinkind bis zu den Großeltern alle teilnehmen können. Wenn es ein Ziel oder ein Program für die Zeit draußen gibt, ist es einfacher zur Bewegung zu motivieren. Die Allerkleinsten können im Kinderwagen oder auf dem Schlitten pausieren, wenn die Füße zu müde sind, und Babys haben es im Tragetuch unterm Mantel gemütlich. Wer nicht mehr ganz so kleine Kinder hat, kann das Schlittenfahren auch etwas rasanter gestalten und beim Snowtubing auf Reifenschläuchen eigens präparierte Bahnen hinuntersausen.
Und solange die Böden nicht vereist und zugeschneit sind, können mit größeren Kindern auch Waldläufe oder eine Runde auf einem Trimmpfad, eine Menge Spaß machen. Oder gut verpackt eine Fahrradtour unternehmen. Auch zahlreiche Outdoor-Spiele sind - ob mit oder ohne Schnee - für jedes Alter möglich und können wunderbar mit Spaziergängen kombiniert werden: Tannenzapfenweitwurf, Fußball oder andere Ballspiele und unzählige Varianten des Fangen-Spiels. Ideen für Bewegungsspiele: www.spielekiste.de/archiv/bewegung/
Ein besonderes Naturerlebnis ist Eislaufen auf einem zugefrorenen See. Allerdings sollte man bei den zuständigen Beh?rden unbedingt nachfragen, ob das Eis schon trägt - egal wie dick die Eisschicht aussieht. Wetter unabhängiger ist Eislaufen in Eissporthallen oder auf den zahlreichen Open-Air-Eislaufbahnen. Kinder können ab etwa vier Jahren selbständig Eislaufen lernen.
Etwas sportlicher geht es beim Ski-Langlaufen und Alpin-Skifahren zu. Mit Winter-Wetter-Glück ist das auch als Tagesausflug in Hunsrück, Pfalz, Eifel, Odenwald oder Taunus möglich. Unter http://www.diebewegung.de/cat/82.html gibt es Hinweise auf Wintersport-Möglichkeiten in Rheinland-Pfalz und Hessen.
Schon mit etwa drei Jahren können Kinder spielerisch Skifahren lernen. Wer einen Skiurlaub plant, sollte bedenken, dass Kinder eventuell nicht die ganze Zeit auf der Piste verbringen wollen. Der Urlaubsort sollte deshalb auch andere Möglichkeiten wie Schneewanderungen, Eislaufen und Rodeln oder auch ein Schwimmbad bieten. Bei der Suche nach der passenden Skischule für Kinder hilft das Gütesiegel "kids on snow" des Deutschen Skilehrerverbands (DSLV), www.kidsonsnow.de. Es garantiert Qualitätsstandards im Kinderskiunterricht wie Kleingruppen, spielerisches Lernen, altersgerechtes Programm und bestmögliche Betreuung. Ein Skiurlaub muss übrigens nicht unbezahlbar sein: Jugendherbergen sind eine preisgünstige Alternative, die inzwischen Hotelcharakter bieten. Und eine umweltfreundliche und staufreie Anreise ist mit der Bahn möglich.
Egal zu welcher Unternehmung Familien im Winter aufbrechen: die richtige Kleidung ist - gerade für Kinder - wichtig. Sie muss Wind und Wasser abweisend sein, Hände und Füße des Kindes sollten immer mollig warm sein, der Körper aber nur wohltemperiert. Beim Skifahren ist außerdem Sonnenschutz wichtig - auch für die Augen, die bei Kindern viel empfindlicher sind als bei Erwachsenen. Skifahren und Rodeln sollten Kinder niemals ohne Helm. Kleine Kinder sollten im Winter grundsätzlich nicht in Rückentragen transportiert werden, da die Gefahr einer Unterkühlung oder gar Erfrierung zu groß ist, denn sie kühlen etwa doppelt so schnell aus wie Erwachsene.
Wintersport mit der Familie hat nichts mit Leistung oder Zwang zu tun, sondern mit Spaß am gemeinsamen Erleben und Bewegen an der frischen Luft. Deshalb ist bei der Planung stets die Kondition des kleinsten Familienmitgliedes entscheidend. Wer mit Kindern unterwegs ist sollte ausreichend Pausen einplanen und - bei längeren Ausfl?gen - Verpflegung einpacken. Unterwegs die Natur beobachten, ein Outdoor-Spiel machen, mit Opa einen Schneemann bauen oder zwischendurch im Café einen heißen Kakao trinken sorgen für Abwechslung.
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