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Wir bewegen uns durch unser ganzes Leben

Nach dem Kindesalter beginnt beim jungen Erwachsenen die Zeit der individuellen Bewegungsausprägung. Etwa mit dem 30. Lebensjahr wird ein Leistungshöhepunkt erreicht. Während der folgenden zwei Jahrzehnte kann diese Leistung ungefähr gehalten werden. Ab dem 50. Lebensjahr beginnt dann ein langsamer und nur bedingt aufzuhaltender Niedergang der koordinativen Fähigkeiten. Bei sehr gutem und kontinuierlichem Training allerdings kann ein 65-J?hriger noch die Fähigkeiten eines wenig Trainierten 30-Jährigen haben. Die Spanne der real beobachteten koordinativen Fähigkeiten kann somit über einen weiten Bereich fast altersunabhängig stabilisiert werden.

Die Koordinationsfähigkeit: Dreh- und Angelpunkt aller Bewegung

Der Begriff Koordinationsfähigkeit ist eine Sammelbezeichnung für im einzelnen nicht abschließend erforschte und nicht genau abgrenzbare motorische Fähigkeiten, die vorrangig der Bewegungsregulation dienen. Diese motorischen Fähigkeiten beziehen sich insbesondere auf verfestigte Bewegungsmuster, die im Lauf des Lebens als zweckdienlich für die Lösung von Bewegungsaufgaben erlernt und damit gespeichert wurden.

Woran erkennen wir eine gute Koordination?

Gut koordinierte Bewegungen sind an folgenden Merkmalen festzustellen:

  • Die Handlungen weisen einen angemessenen Krafteinsatz auf.
  • Die Bewegungen werden in angemessenem Tempo ausgef?hrt.
  • Alle Bewegungen weisen einen angepassten Rhythmus auf.
  • Einzelne Teilbewegungen werden zweckmäßig miteinander verbunden.
  • Die Bewegungsphasen greifen harmonisch ineinander.
  • Die Bewegungen werden präzise und kontinuierlich erledigt.

Elemente der Bewegungskoordination

Die Bewegungskoordination wird wesentlich durch folgende Kriterien definiert:

  • Gleichgewichtsfähigkeit (stabile Raumlage während einer Bewegung)
  • Kopplungsfähigkeit (Abstimmung von Arm- und Beineinsatz)
  • Orientierungsfähigkeit (Wissen um die Raumlage des Körpers)
  • Reaktionsfähigkeit (schnelle Beantwortungsart nach Erkennen einer Gefahr)
  • Kinästhetische Differenzierungsfähigkeit (angemessener Krafteinsatz beim Heben von Lasten)
  • Rhythmusfähigkeit (Gleichmäßigkeit bei wiederkehrenden Bewegungen)
  • Umstellungsfähigkeit (Wissen um Veränderung z. B. des Bodenbelags)
  • Antizipationsfähigkeit (Vorhersehbarkeit künftigen Geschehens)

Koordinatives Training: Übung macht den Meister

Mit koordinativem Training soll die Muskulatur "intelligenter" gemacht werden. Hierfür ist eine Voraussetzung, dass die Muskulatur zunächst entsprechend trainiert wird, folglich ausreichend kräftig ist. Motorische Aufgaben sind derart konzipiert, dass die Muskulatur über die Sinnesorgane und über das Nervensystem immer neue Reize erfährt. Der Körper lernt, ökonomisch zu arbeiten: Er setzt nur soviel Muskelarbeit ein, wie die Situation erfordert. Jeder, der sich erstmalig zum Beispiel im Seilspringen übt, wird altersunabhängig einen viel zu großen Krafteinsatz aufbringen und schnell ermüden. Wer hingegen Routine beim Seilspringen hat, benötigt deutlich weniger Kraft und hält - bei gleichem Trainingsstand der Muskulatur - wesentlich länger durch.

Aufgaben für Großeltern und Enkelkinder

Gut entwickelte koordinative Fähigkeiten leisten einen wichtigen Beitrag zu Selbständigkeit und Lebensbewältigung. Sie sind ein entscheidender Faktor zur Prävention von Unfällen. Die Koordination zu schulen, ist daher besonders für Senior/inn/en und Kleinkinder empfehlenswert.

Großeltern und Enkelkinder aufgepasst: Anhand einfacher Übungsbeispiele zeigen wir Ihnen, wie Sie generationsübergreifend Fitness und Familiengefühl stärken können.

Zu den Koordinationsübungen ...

Quelle: Sportbund Rheinland