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Gut und günstig - wie auch ein kleiner Geldbeutel gesunde Leckereien auf den Tisch zaubert

Alles ist schon fix und fertig, es muss nur noch in die Mikrowelle - viele Menschen ernähren sich so. Sie greifen zu Fertigprodukten, weil das schnell geht und kaum Arbeit macht. Auch Brigitte, sie ist berufstätig und hat zwei Kinder, sieht dazu keine Alternative: „Wann soll ich denn bitte noch kochen?“ fragt sie. Nur am Wochenende habe sie Zeit, das Essen selbst zuzubereiten. Unter der Woche aber greift Brigitte zu Fertigpizza, Fertigsuppen und Fertigsoßen. Diese Ernährung ist auf Dauer nicht nur ungesund, sie ist auch teuer. Denn alle Gerichte, die es fertig zu kaufen gibt, lassen sich viel billiger selbst zubereiten: Ob das eine Tomatensoße ist oder ein Doseneintopf, wer selbst kocht, spart viel Geld.

Die Wiesbadener Ernährungsexpertin Ilona Berg ist überzeugt: „Auch wer wenig Zeit und Geld hat, kann sich gesund ernähren.“ Voraussetzung sei aber, dass man sich sein Essen selbst zubereitet. Denn nur wer kocht, hat selbst in der Hand, wie viel Zucker, Salz und Fett die Mahlzeiten enthalten. Es sei eine Frage der Planung und der Organisation, so Ilona Berg. Die fängt schon beim Einkaufen an. Anstatt immer wieder nach Feierabend in den Supermarkt zu rennen, sollte man lieber Einkäufe für mehrere Tage machen: „Am besten ist es, einen Speiseplan für die ganze Woche aufzustellen und gezielt einzukaufen, was man braucht.“ So spart man manchen Euro. Denn wer mit dem Einkaufszettel in der Hand durch den Supermarkt geht, vermeidet unnötige Einkäufe und kann sich viel gesünder ernähren.

Zu einer gesunden Ernährung gehören Obst und Gemüse. Fünfmal täglich sollte man eine Portion davon essen, sagt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung. Das muss nicht teuer sein, diese Produkte lassen sich auch guten Gewissens im Discounter kaufen, wenn dieser täglich frische Ware anbietet. Kaufen Sie dort, wo die Frischeregale abends leer sind „Auch wenn es vielleicht noch gesünder ist, das Gemüse im Bioladen zu kaufen -  wer nicht viel Geld hat, muss auch das Preis-Leistungsverhältnis im Auge haben“, meint Ilona Berg. Wem es zu viel Arbeit macht, Gemüse oder Obst selbst zu waschen und zu putzen, ist mit Tiefkühlkost gut bedient. Denn die wird erntefrisch eingefroren und ist daher genauso vitaminreich wie frische Ware. „Ernährungsphysiologisch“, sagt Ilona Berg, „ ist Tiefkühlgemüse genauso gut wie Frischware.“ Wer aufs Geld achtet, kauft außerdem am besten saisonale Produkte. Auch wenn jedes Obst und Gemüse mittlerweile ganzjährig zu bekommen ist: Am günstigsten sind die Produkte während ihrer Erntezeit.

Tipps fürs Sparen gibt es reichlich: Wer Schnäppchen machen will, muss kurz vor Schluss auf den Markt gehen. Denn die Bauern wollen in der Regel ihre Ware nicht mehr mit nach Hause nehmen, sie verkaufen doppelte Mengen zum einfachen Preis. Auch beim Bäcker bekommt man vor Ladenschluss manchmal das Brot billiger, viele bieten die Ware vom Vortag zum halben Preis an. „Was viele nicht wissen: Auch wenn das Mindesthaltbarkeitsdatum erreicht ist, sind Produkte noch genießbar.“ Milchprodukte, so die Erfahrung von Ilona Berg, seien immer einige Tage länger haltbar, Mehl und Nüsse wesentlich länger. Diese Ware ist oft reduziert.

Bei Fleisch- und Wurstwaren gilt dagegen: Weniger ist mehr. „Gerade die Deutschen neigen dazu, billiges Fleisch zu kaufen, damit sie sich größere Fleischportionen leisten können“, kritisiert Berg. Es sei gesünder, seltener Fleisch zu essen und sich dafür ab und zu etwas Besseres zu leisten. „Gerade bei Fleisch ist es wichtig, auf gute Qualität zu achten.“ Wer clever sei, achte auf Sonderangebote: „Am besten man kauft gleich doppelt so viel, macht sich einen schönen Eintopf und friert die Hälfte ein.“ Wer vorausplant und sich Vorräte einfriert, muss während einer stressigen Woche nur morgens daran denken, sein Essen für den Abend aufzutauen.

Auch wenn man bei geschickter Planung Zeit sparen kann: Wer sich gesund und günstig ernähren will, muss sich mit dem Thema Haushalt und Kochen beschäftigen und Energie investieren. Das kann aber auch viel Spaß machen. „Am besten man macht das gleich zum neuen Hobby für die ganze Familie“, lacht Ilona Berg. Sie findet es wichtig, die Kinder beim Einkaufen und Kochen mit einzubeziehen. Denen mache es nicht nur Spaß, in der Küche herum zu werkeln, sie lernten sogar noch etwas dabei. Und es sei Zeit, die man gemeinsam verbringt: „Früher war das so, dass sich die ganze Familie in der Küche versammelt hat. Ich finde es schön, so etwas wiederzubeleben.“

Literaturtipps:

Glinka, Uwe / Meier, Kurt. Das Familiensparkochbuch: Günstig und ausgewogen Ernähren nach dem Regelsatz Hartz IV. Egmont vgs 2010. Euro 8,95

König, Ira. Einfach gut und super günstig: Über 100 leckere und schnelle Gerichte für 1 bis 2 Euro pro Person. Gräfe & Unzer; 1., Aufl. (März 2009) Euro 9,90

Links:

www.aid.de/ernaehrung/ernaehrungspyramide.php

www.dge.de

www.gesundinsleben.de

www.in-form.de

www.wdr.de/tv/servicezeit/essen_trinken/sendungsbeitraege/2010/0716/02_zehn_spareinkaufstipps.jsp

www.ard.de/ratgeber/essen-trinken/gesund-guenstig/-/id=13368/nid=13368/did=1528250/1dkehbg/index.html

www.chefkoch.de

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