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Hörgesunde Kids und Teens - trotz MP3-Player, Disco und Co.

Der 17jährige Alex gibt sich cool und schaltet auf dem Heimweg von der Schule mit seinem MP3-Player ab. Am Samstagabend bringt bassverstärktes Wummern in der Disco die nötige Stimmung und am Wochenende zuvor dröhnte die Musik auf einem Konzert. Für Jugendliche gehört Musik zum Alltag. Dass sie sich aber nicht nur angenehm beschallen, sondern oftmals viel zu starkem Lärm aussetzen, ist den wenigsten klar. Ein gängiger MP3-Player bringt es leicht auf 120 Dezibel (dB), auf Konzerten und Diskotheken werden bis zu 110 Dezibel erreicht. Das ist, gerade als permanenter Reiz, zu viel für die empfindlichen Hörorgane. Aber wo liegen die Grenzen, ab denen akustische Reize das Wohlbefinden und die Gesundheit beeinträchtigen?

Lärmbelastungen, gerade in der Freizeit, haben in den letzten Jahren zugenommen. Mit ihnen ist auch die Zahl der Hörschädigungen bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen gestiegen. Jeder vierte deutsche junge Erwachsene hat bis zu seinem 24. Lebensjahr einen leichten Hörschaden entwickelt. Die Verursacher sind Feuerwerkskörper und elektronisch verstärkte Musik auf Großveranstaltungen, in Diskotheken und über tragbare Abspielgeräte. Aber auch zu lautes Kinderspielzeug (Spielzeugpistolen, Militär- und Maschinenimitate, Knackfiguren) gefährdet Kleinkinder und Jugendliche, wenn diese direkt am Ohr ihre Wirkung entfalten. Prof. Dr. med. Annerose Keilmann, Landesärztin für hör-, stimm- und sprachbehinderte Menschen in Rheinland-Pfalz, merkt an: „Das Tückische bei Hörschädigungen ist ihr schleichender Verlauf. Die Auswirkungen treten oftmals erst in späteren Lebensphasen zum Vorschein und sind nicht rückgängig zu machen.“

Lärm hat viele Gesichter und entsprechend der Intensität ergeben sich sehr unterschiedliche und zum Teil drastische Auswirkungen auf die Gesundheit. Schon der Bereich zwischen 30 und 50 dB beeinträchtigt Schlafqualität und Konzentrationsfähigkeit, das sind bereits Geräusche zwischen Weckerticken und Autofahren. Die Erhöhung des Lärmpegels um 10 Dezibel bedeutet dabei bereits eine Verzehnfachung der akustischen Einwirkung auf das Ohr. Aufweckreaktionen werden durch Geräusche zwischen 60 und 80 dB provoziert und permanente Reize in dieser Lautstärke wie an einer viel befahrenen Straße führen bereits zu einem erhöhten Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Geräuschpegel von 85 dB, die regelhaft im Schulunterricht oder auch schon durch das Hören von Musik in kräftiger Zimmerlautstärke erreicht werden, können bei andauernder Einwirkung Schädigungen des Innenohres verursachen. Die Schmerzgrenze für eine akute Lärmbelastung liegt bei etwa 120 dB (zum Beispiel eine Vuvuzela). Solcher Lärm kann schon bei einmaliger Einwirkung zu irreparablen Schäden führen.

Doch nicht jede Überreizung führt sofort zu einem permanenten Schaden. Glücklicherweise hat unser Hörorgan eine gewisse Regenerationsfähigkeit. Ist diese jedoch ausgereizt, können unterschiedliche Grade von Schwerhörigkeit oder Tinnitus auftreten. Anfänglich sind Schwerhörigkeiten oft so wenig ausgeprägt, dass die Betroffenen in ihrer Kommunikation kaum eingeschränkt sind und Hörgeräte noch keinen Sinn machen. Zumindest ab einer mittelgradigen Schwerhörigkeit sind aber in jedem Fall Hörhilfen notwendig, bei ausgeprägteren Hörstörungen auch ein Cochlea-Implantat. 

Link-Tipps

http://www.kindergesundheit-info.de/fuer-eltern/saisonale-themen-top-themen/wenn-laerm-krank-macht/

http://dgk.de/gesundheit/hoeren.html

http://www.urbia.de/magazin/nachrichten/wenn-laerm-kinder-krank-macht

http://www.hoeren-heute.de/kinder/kinder.htm

http://www.enjoyliving.at/gesundheit-magazin/unsere-sinne/wie-gut-hoert-ihr-kind.html

http://www.bzga.de/botmed_20391000.html

http://de.wikipedia.org/wiki/Gehörschutz

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