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Eis schlecken, Baden gehen, Grillen, viel Zeit im Freien verbringen, die Sonnenstrahlen genießen. Der Sommer ist für viele die schönste Jahreszeit. Doch der Klimawandel lässt nicht nur die Eisbären leiden. Auch in Deutschland können die Temperaturen sehr hoch steigen. Gleiches gilt für den Sommersmog, unter anderem mit hohen Ozon-Werten. Der Rekordsommer 2003 ließ erahnen, was uns künftig erwarten könnte.
Zu viel Sonne ist vor allem für Kinder gefährlich, denn ihre Haut ist dünner als die der Erwachsenen und somit empfindlicher gegenüber UV-Strahlen, die das Erbgut in den Zellen schädigen können. Eine übermäßige UV-Belastung und vor allem Sonnenbrände im Kindesalter erhöhen die Gefahr, später an Hautkrebs zu erkranken. Selbst Kinder mit dunklem Hauttyp haben eine wesentlich geringere Eigenschutzzeit als Erwachsene. Starke UV-Strahlung kann außerdem die Augen schädigen und das Immunsystem belasten.
Deshalb brauchen vor allem Kinder einen besonderen Schutz bei Sonne. Nicht nur im Urlaub am Meer, sondern immer und überall, wo sie sich in der Sonne aufhalten. Prinzipiell gilt: Kinder bis zwei Jahren sollten nie der direkten Sonne ausgesetzt sein. Erst ab dem zweiten Lebensjahr dürfen auch Kinder in die Sonne - mit dem entsprechendem Sonnenschutz: Eltern sollten eine wasserfeste Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor (20 bis 30) wählen. Vor dem Kauf am besten bei der Stiftung Warentest informieren, denn nicht alle Produkte halten, was sie versprechen und auch billige Produkte können gut sein. Damit Sonnencreme ihre volle Schutzwirkung entfalten kann, muss man sie eine halbe Stunde vor dem Sonnenbad auftragen und darf nicht sparsam sein. Auch wasserfeste Produkte sollten nach dem Baden aufgefrischt werden. Trotz Sonnencreme sollten Kinder in der Sonne leichte Baumwollkleidung tragen, die Arme und Beine bedeckt, und eine Kopfbedeckung. Praktisch sind Sonnenhüte, die eine verlängerte Nackenpartie haben. Außerdem sollten Eltern dafür sorgen, dass sich Kinder eher im Schatten aufhalten, vor allem während der Mittagshitze zwischen 11 und 15 Uhr, wenn die Sonne richtig knallt.
Über die aktuelle Belastung durch UV-Strahlung informiert der UV-Index. Je höher der Wert ist, umso höher ist das Sonnenbrandrisiko. Ab dem Wert 3 werden Sonnenschutzmaßnahmen empfohlen, ab 6 sind sie unbedingt erforderlich. Aber nicht nur direkte Sonneneinstrahlung kann zum Sonnenbrand führen. UV-Strahlen durchdringen auch Wolken und können auch im Schatten wirksam sein, wenn sie von Sand oder Wasser reflektiert werden. Besonders trügerisch ist das Wasser, denn durch Reflexion verstärkt es die Sonnenintensität und die UV-Strahlen reichen bis über drei Meter tief. Da das Wasser aber die Haut kühlt, wird die Sonneneinstrahlung weniger wahrgenommen und es kann zu sehr starken Sonnenbränden kommen. Deshalb unbedingt auch beim Baden für ausreichend Sonnenschutz sorgen und am besten ein T-Shirt tragen.
Wer seinem Kind eine Sonnenbrille kaufen will, sollte auf das UV-400-Zeichen und die CE-Kennzeichnung achten, die besagt, dass die Brille die europäischen Richtlinien hinsichtlich UV-Schutz erfüllt. Wie bei Sonnencremes gilt übrigens auch hier, dass teuer nicht zwangsläufig besser ist.
Wenn es trotz aller Vorsichtsmaßnahmen zum Sonnenbrand kommt, ist Kühlung zunächst das Wichtigste, beispielsweise mit Quark-Wickeln, gekühlten Gel-Packs oder einem feuchten Tuch. Anschließend die Haut mit einer Feuchtigkeits-Lotion pflegen und die nächsten Tage auf keinen Fall in die Sonne gehen. Neben Sonnenbrand drohen im Sommer auch Sonnenstich oder Hitzeschlag. Ein Sonnenstich wird durch direkte, starke Sonneneinstrahlung auf den ungeschützten Kopf hervorgerufen. Babys sind besonders gefährdet, da sie noch keine schützenden Haare haben. Riskant sind auch lange Autofahrten im Sommer, wenn schlafende Kinder in der Sonne liegen. Anzeichen für einen Sonnenstich sind ein hochroter und heißer Kopf, Fieber, kühle Haut, Kopfschmerzen, Schwindel und eventuell auch Erbrechen und Kollaps. Ein Hitzschlag kann auch ohne direkte Sonnenbestrahlung durch zu warme Kleidung, hohen Flüssigkeitsverlust und körperliche Anstrengung in der Hitze verursacht werden. Der Kopf wird hochrot, die Haut trocken und heiß, die Körpertemperatur steigt oft über 40 Grad. Eltern sollten in beiden Fällen einen Arzt aufsuchen oder holen. Bis dahin den Betroffenen an einen kühlen Ort bringen und mit leicht erhöhtem Oberkörper lagern, die Kleidung öffnen, den Körper mit feuchten Tüchern langsam abkühlen und etwas kühles zu trinken geben.
Um den Kreislauf stabil zu halten ist außer dem richtigen Sonnenschutz auch viel Trinken wichtig - am besten bevor der Durst kommt. Gut geeignet sind Wasser, ungesüßte Kräuter- oder Früchtetees und Saftschorlen. Auch die Essgewohnheiten sollten der Jahreszeit angepasst werden: wasserreiche Obst- und Gemüsesorten wie Melonen Trauben oder Gurken sind gut. Mehrere kleine leichte Mahlzeiten sind besser als schwerverdauliche Kost.
Ein weiteres Problem heißer Sommertage ist der Anstieg des Ozonanteils in der Luft. Dieses Reizgas kann zu brennenden Augen, Kopf- und Halsschmerzen, Entzündungen der Atemwege und zu Asthma-Anfällen führen. Ab einer Ozonbelastung von 180 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft besteht erhöhte Gesundheitsgefahr. Auch hier sind vor allem Kinder, ältere und kranke Menschen betroffen. Sie sollten an Tagen mit hohen Ozonwerten Anstrengungen im Freien vermeiden.
Mit steigenden Temperaturen können außerdem die Gesundheitsrisiken beim Baden zunehmen, da sich in wärmeren Gewässern, verstärkt Keime oder Algen bilden. Deshalb sollte man sich vor dem Baden über die Wasserqualität informieren.
Und der Klimawandel wird uns mehr und stärkere Unwetter bescheren. Bei den ersten Anzeichen eines Gewitters sollte man sich in einem Gebäude vor Blitzeinschlag in Sicherheit bringen. Auch das Auto bietet guten Schutz. Wenn man draußen ist, raus aus dem Wasser, offenes Gelände, Hügel und die unmittelbare Nähe von Bäumen, Gebäuden, Masten und Metallgegenständen meiden. Auf keinen Fall flach auf den Boden legen, sondern Kontakt zum Boden minimieren: Hinhocken und so klein wie möglich machen, Füße eng zusammenstellen, Arme um die Beine schlingen, den Kopf einziehen.
Lesen Sie auch unser Experteninterview zum richtigen Verhalten in sommerlicher Hitze
Weitere Informationen:
Arbeitsgemeinschaft dermatologische Prävention (ADP) e.V. www.unserehaut.de
"Mit heiler Haut durch den Sommer"
Broschüre für Kinder vom Bundesamt für Strahlenschutz (pdf, 1,8 MB)
"Achtung Sonne! - (Kinder-)Haut schützen"
Broschüre der Deutschen Krebshilfe und der Arbeitsgemeinschaft Dermatologische Prävention e.V. (pdf, 900 kb)
Stiftung Warentest: Sonnenschutzmittel für Kinder (8/2006)
Deutscher Wetterdienst: UV-Index Europa
Bundesamt für Strahlenschutz: UV-Index
Ozon-Informationen für Rheinland-Pfalz
Immissionsdaten und Ozonvorhersage des Umweltbundesamtes
Badegewässeratlas Rheinland-Pfalz
Unwetterwarnungen des Deutschen Wetterdienstes
Unwetterzentrale
Verband der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik e.V.:
SWR: Gefahren bei Gewitter
LZG Gesundheitstelefon: Borreliose - Zeckeninfektion mit Tarnkappe
BORRELIOSE und FSME BUND DEUTSCHLAND e.V. (BFBD)
SWR: Risiko Zeckenbiss
Medizinauskunft: Wespen-Stich
Wikipedia: Wespen-Stich