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Silke, Mark und ihr vierjähriger Sohn Tom freuen sich schon riesig auf ihr neues Zuhause. Bisher haben sie in einer zweieinhalb Zimmerwohnung gelebt, die bald aus den Nähten platzt, da Tom bald eine kleine Schwester bekommt. Tom ist schon ganz aufgeregt. Er bekommt ein größeres Zimmer, das er nicht mit seiner Schwester teilen muss. Silke und Mark planen eifrig und wälzen Kataloge mit Kindermöbeln.
Schlafen, Spielen, Basteln und Arbeiten - all dem muss ein Kinderzimmer gerecht werden. Deshalb sollte es funktionell und fantasievoll eingerichtet sein. In einem liebevoll gestalteten Umfeld aufzuwachsen, hat positiven Einfluss auf die seelische, geistige und kreative Entwicklung. Allgemein gilt für die Einrichtung des Kinderzimmers: weniger ist mehr. Eltern sollten ihrem Kind nicht zu viele Möbel zumuten und diese so aufstellen, dass eine möglichst große Spiel- und Bewegungsfläche bleibt.
Säuglinge brauchen in erster Linie Nähe, und in den ersten Monaten ist es für die Eltern sowieso praktisch, das Kind nachts bei sich zu haben. Genauso wie Tom damals wird auch seine Schwester zunächst in der Wiege bei ihren Eltern schlafen. Wer keine Wiege im Familien- oder Freundeskreis borgen kann, kann diese auch bei einigen Säuglingsausstattern ausleihen. Als Grundausstattung für Babys sind außerdem ein Wäscheschrank und ein Wickeltisch sinnvoll. Praktisch ist auch eine Wickelunterlage auf der Waschmaschine im Bad. Da ist der Wasserhahn gut erreichbar, und man spart ein Möbelstück.
Ist der Nachwuchs etwa ein dreiviertel Jahr alt, wird der Boden zur Spielfläche. Er sollte warm, gemütlich, strapazierfähig und pflegeleicht sein. Das Spielzeug gehört in die Reichweite des Kindes. Ein paar Kissen am Boden sind prima zum Spielen und Kuscheln. Im Säuglings- und Kleinkindalter ist außerdem die Sicherheit im Kinderzimmer wichtig: Regale an der Wand befestigen, Kabel sollten nicht lose auf dem Boden liegen oder an der Wand runterhängen, Steckdosen sichern und eventuell auch die Fenstergriffe, wenn das Zimmer nicht ebenerdig ist.
Im Kindergartenalter beginnen Kinder zu malen und zu basteln. Nun muss ein Arbeitsplatz her. Das kann ein kleiner Kindertisch mit passenden Stühlen sein oder gleich ein mitwachsender Tisch, an dem später dann Schulaufgaben gemacht werden können. Auch eine Tafel an der Wand macht sich gut. Jetzt lieben es Kinder, sich mit weichen Matten, Decken und Kartons Höhlen zu bauen. Eine Schaukel kann im Türrahmen befestigt werden, eine Hängematte von Wand zu Wand gespannt werden.
Im Vorschulalter ist meist der Zeitpunkt für ein größeres Bett gekommen. Unzählige Varianten von Kinderbetten mit zusätzlichen Spielmöglichkeiten sind erhältlich - meist sind sie allerdings nicht gerade günstig. Doch auch mit eigenen Mitteln und etwas Kreativität lassen sich Segelboot- oder Prinzessinnenbetten gestalten. Schon mit einem einfachen Moskitonetz kann man ein Himmelbett zaubern. Bei Kindern beliebt sind auch Hochbetten. Unten drunter ist Platz für Spielsachen, mit einem Vorhang entseht eine Höhle oder Kuschelecke, in die sich ein Kind auch mal zurückziehen kann, wenn es traurig oder wütend ist oder ungestört träumen will. Falls sich Geschwisterkinder ein Zimmer teilen, ist das auch eine gute Möglichkeit, jedem Kind einen Platz zu geben, wo es für sich sein kann, wenn das Leben zu turbulent wird oder Gefühle verdaut werden müssen.
Für alle Kindermöbel gilt: Sie müssen gut verarbeitet und stabil sein. Vollholzmöbel sind deshalb zu empfehlen. Kindermöbel, die beim Rütteltest im Möbelgeschäft wackeln oder quietschen, haben im Kinderzimmern nichts verloren. Das GS-Siegel (Geprüfte Sicherheit) ist beim Kauf eine gute Orientierungshilfe. Bevor dieses Zeichen verliehen wird, müssen die Kindermöbel zahlreiche Prüfungen und Tests zu Haltbarkeit, Stabilität, Verletzungsfreiheit und Standfestigkeit erfolgreich absolviert haben. Auch bei allen Leuchtkörpern muss auf Sicherheitsprüfsiegel geachtet werden. Kindermöbel sollten nicht mit Laugen oder gesundheitsschädlichen Lacken behandelt sein oder Formaldehyd enthalten. ökologische Materialien mit natürlicher Oberflächenbehandlung sind zu empfehlen. Vor allem günstige Produkte sollten vor dem Kauf unbedingt auf möglicherweise schädliche Inhaltsstoffe überprüft worden sein.
Spätestens mit der Pubertät ist der Zeitpunkt für das eigene Zimmer gekommen, denn das Bedürfnis alleine zu sein wird immer größer. Jugendliche brauchen Privatheit, vor allem wenn Freunde oder gar der Freund oder die Freundin kommen. Das Jugendzimmer sollte idealerweise entfernt vom elterlichen Aufenthaltsbereich liegen. Wenn das nicht möglich ist, kann ein Regal als Raumteiler dienen, so dass das Zimmer nicht direkt von der Tür aus einzusehen ist.
Wohn(t)räume, aus dem Familienmagazin "Kuckuck!", 282kb.pdf
Kuckuck! ist Mitglied im Mainzer Bündnis für Familie
Gesund wohnen mit Kindern - Ratgeber Süddeutsche.de
Stiftung Warentest: Kinderhochstühle ; Schülerschreibtische
Spielzeug: Gesund, sicher, schadtstofffrei ? Verbraucherzentrale NRW
Bundesarbeitsgemeinschaft Mehr Sicherheit für Kinder e.V.: www.kindersicherheit.de
Literaturtipps:
Thomas Drexel: Wohnen mit Kindern - Planen, einrichten und erleben: Kinderzimmer, Spielparadiese, Erlebnisräume, Blottner Verlag 2006, ISBN 3-893-671-048, 120 Seiten, 39,80 Euro.
Joanna Copestick: Neue Kinderzimmer. Phantasievoll, preiswert, mitwachsend, Deutsche Verlags-Anstalt 2003, ISBN 3-421-034-605, 192 Seiten, 39,90 Euro.